Zielsetzung des Patientenbriefs
Innerhalb des deutschen Gesundheitssystems mit seiner starken sektoralen Trennung zwischen dem ambulanten und dem stationären Versorgungsbereich ist der Übergang von der vollstationären Krankenhausbehandlung zur poststationären ambulanten Weiterbehandlung vor allem aus der Sicht des Patienten durch eine oft als bedrohlich wahrgenommene Kluft gekennzeichnet. Aus der totalen Institution Krankenhaus mit ihrem, in gesundheitlicher wie in allgemeiner Hinsicht auf Vollversorgung und Rundumbetreuung ausgerichteten System wird der Patient - oft kaum vorbereitet - nach Hause, d.h. in den ambulanten Sektor „entlassen“ und vor die Aufgabe gestellt, sich als „mündiger Patient“ und „Coproduzent“, als „Partner“ von Ärzten, Physiotherapeuten und den übrigen Berufsgruppen des Gesundheitswesens zurechtzufinden. Diese Kluft wird systemisch durch die Einführung pauschalierter Entgelte und den Druck auf die Verlagerung möglichst vieler Gesundheitsleistungen in den außerklinischen Bereich vertieft.Mit dem hier beschriebenen Projekt Der Patientenbrief versuchen wir, diese Kluft so zu überbrücken, dass die Patienten zuversichtlicher und aktiver ihre weiterführende ambulante Behandlung mitgestalten und sich als Partner im Behandlungsprozess ernstgenommen fühlen können.
